Sächsische Marathon-Meisterin 2013 kommt vom Hetzdorfer SV
Am 05.10.2013 wurden mit dem Göltzschtal-Marathon im vogtländischen Lengenfeld auch die sächsischen Marathon-Meisterschaften ausgetragen. Der Hetzdorfer SV war mit zwei ambitionierten Athleten vertreten: Dirk Strohbach (M45) und Claudia Hanisch (W30).
 
Claudia holte sich mit einem einem souveränen und nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg den Landesmeistertitel bei den Frauen und damit natürlich auch in Ihrer Altersklasse W30. Dirk wurde in der Gesamtwertung Vierter und in seiner Altersklasse M45 Zweiter.

Bei optimalen äußeren Bedingungen musste eine leicht hügelige Wendestrecke 4 mal gelaufen werden. Dabei ging es das 1. und 3. Teilstück bergab und zurück auf dem 2. und 4. Teilstück logischerweise wieder bergauf, insgesamt 319 Höhenmeter.

Claudia blieb mit glatt 3:47:00 als einzige Starterin unter der 4h-Marke. "Trotz daß ich an den Wendepunkten sehen konnte, dass mein Vorsprung immer größer wurde, war ich mir bis kurz vor dem Ende nicht 100prozentig sicher, dass ich so gut bis ins Ziel durchhalten konnte.", beschrieb Claudia ihre Zweifel auf der Strecke. Am Ende hatte sie aber fast eine halbe Stunde Vorsprung auf die Vizemeisterin Ulrike Baars aus Dresden. Beide waren allerdings die einzigen der 14 Starterinnen, die an der Landesmeisterschaft teilnahmen. Dennoch eine starke Leistung, die auch in den letzten Jahren zumindest für die Top 3, wenn nicht gar für den Sieg gereicht hätte. Entsprechend glücklich nahm Claudia dann auch Urkunde, Medaille, den riesigen Siegerpokal und natürlich die Siegpräme von 100 Euro entgegen.

Dirk dagegen haderte am Ende mit sich und der Welt. Nicht nur, dass es ihm nicht gelang, wie erhofft unter 3 Stunden zu bleiben. Mehr noch: Mit 3:00:58 fehlten zudem lediglich 25 Sekunden zum Vizemeistertitel und gar nur 13 Sekunden fürs Podest. Zur Ursache sagte Dirk: "Das Tempo der ersten 15 km war mit Kurs auf eine Endzeit unter 2:52 deutlich zu schnell, doch bei einem Meisterschaftslauf will man ja vorn dabei sein." Bereits dort war aber klar, dass er diesem Tempo irgendwann Tribut zollen musste.
Bis zur dramatischen Schlussphase hatte sich Dirk vom 5. bis auf den 2. Platz vorgekämpft. Bei km 40 hatte er dann aber keine Power mehr, als Mike Petzold aus Stützengrün und wenig später auch Thomas Schröder aus Falkenau an ihm vorbeizogen. Im Gegenteil - mit allerletzter Kraft schleppte sich Dirk ins Ziel und hatte aufgrund der erforderlichen medizinischen Hilfe der anwesenden DRK-Mitarbeiter zumindest die Gewissheit und den Trost, dass er alles, wirklich alles gegeben hatte.

Den Göltzschtalmarathon an sich muss man leider als eine armselige Veranstaltung bezeichnen, die quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Das Stadion vom gastgebenden Verein VfB Lengenfeld 1908 versprüht noch den Hauch des stalinistischen Sportsystems der DDR. Den ins Ziel kommenden Läufer/innen werden dann auch vom Sprecher die ach so heroischen Altersklassenbestzeiten von 2:xx:yy aus den 70er und 80 Jahren zugerufen und bei der Siegerehrung wird eine Fanfare gespielt. ja, und auch mit dem Argument "romantischer Landschafts-Marathon im schönen Göltzschtal" kann man bei einer 4 mal zu laufenden Wendestrecke auch nicht gerade punkten. Vor diesem Hintergrund verblasst der engagierte Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer.

Fazit:
Der Göltzschtalmarathon ist einer Landesmeisterschaft nicht würdig. Wahrscheinlich deshalb wird diese wohl auch auf der Internetseite des Sächsischen Leichtathletikverbandes totgeschwiegen...
Dirk Strohbach



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